GERONIMO
Leistete  als Häuptling der Apachen bis 1886  erbitterten  Widerstand  gegen
die Deportierung seines Volkes aus Arizona. Als er aufgab, kannte das ganze
Land seinen Namen und viele wollten ihn hängen sehen.  Statt dessen  wurde
er mit seinem Volk nach Florida  deportiert und dort zur Zwangsarbeit  verpflichtet .1894 durfte er nach Oklahoma übersiedeln, wo er 1908 starb.
Geronimo 1874 war Goyathley (Er der gähnt), bei den Weißen als Geronimo bekannt, etwa vierundvierzig Jahre alt. Schon lange zuvor hatte er sich zuerst Mangas Coloradas und dann Cochise angeschlossen, galt mittlerweile als Chiricahua und stand im Ruf eines Kriegshäuptlings mit großen spirituellen Kräften.
Er hatte viel gelitten: Fünfundzwanzig Jahre zuvor hatten mexikanische Soldaten seine Mutter, seine Frau und drei seiner Kinder ermordet. "Ich habe nicht gebetet und auch nicht beschlossen, etwas Bestimmtes zu tun, denn ich sah keinen Sinn mehr darin", erinnerte er sich im Alter. Doch nach diesem Erlebnis beschloß er, sein Volk zu beschützen.
Im Frühjahr 1877 ordnete die Regierung an, alle Apachen in die Reservation San Carlos im Südosten des Arizona Territory zu bringen.
Daklugie, der Sohn des Nednhi-Häuptlings Juh und ein Neffe Geronimos, beschrieb das karge Land:
Der Schöpfer hat San Carlos nicht gemacht. Das Land ist älter als Er... Er ließ es nur bestehen als Beispiel für die Art, wie die Dinge gemacht wuren, bevor er erschien... Nimm Steine, Asche und Dornen, dazu einige Skorpione und Klapperschlangen, wirf das Ganze auf Steine, mache die Steine glühend heiß, hetze die Armee der Vereinigten Staaten auf die Apachen, und du hast San Carlos.
Ein Teil der Apachen zog trotzdem in die Reservation, aber die Hälfte der Chiricahua weigerte sich und folgte Juh und Geronimo in die Berge von Nordmexiko.
Beinahe zehn Jahre lang setzten sich die Apachen weiter zur Wehr. 1886 war Juh gestorben, und Geronimo, siebzehn kampffähige Männer und ihre Familien wurden von beiden Seiten der Grenze von fünftausend amerikanischen Soldaten, Tausenden zivilen Milizionären, fünfhundert Apachen­Spähern und dreitausend mexikanischen Freiwilligen gejagt. Kein anderer Häuptling kämpfte so lange und entschlossen für seine Freiheit wie er. Als Geronimo sich nach mehrjähriger Verfolgung ergab, hatten die Amerikaner über eine Million Dollar für den Feldzug gegen ihn ausgegeben.
Geronimos Frau
Am 3. September 1886 ergab sich Geronimo General Nelson Miles aufgrund von dessen Versprechen, einige Mitglieder seiner Gruppe würden zwei Jahre in Kriegsgefangenschaft bleiben und dürften dann in Frieden in der Reservation leben.
Neun Jahre zuvor hatte Miles Chief Joseph in Montana dazu gebracht, sich zu ergeben, indem er ihm versprach, die Nez Percé könnten in ihre Heimat im Nordwesten zurückkehren. Er hatte dieses Versprechen nicht gehalten. Nun verfuhr er mit Geronimo nicht anders.
Entgegen Präsident Clevelands Empfehlungen, Geronimo zu hängen, wurde der Apachen-Führer und mehrere hundert seiner Leute nach Fort Marion, Florida, gebracht und in feuchte Verliese gesteckt, was mehr als hundert von ihnen nicht überlebten. Alle Kinder wurden ihren Familien weggenommen und zur Carlisle Indian School nach Pennsylvania geschickt, wo über dreißig von ihnen an Krankheiten starben. Schließlich wurden die Apachen von Florida zu den Mount Vernon Barracks am Mobile River in Alabama gebracht. Geronimo blieb dreiundzwanzig Jahre lang fern von seiner Heimat in Kriegsgefangenschaft.
N. Miles
Daklugie war stolz auf ihn:

Ich achtete Geronimo mehr als jeden anderen lebenden Menschen. Er verkörperte den Geist der Apachen, die Kampflust der Chiricahua. Solange er lebte, bedauerte er, kapituliert zu haben. Er sagte oft, er wünschte, er wäre beim Kampf in Mexiko gefallen.

Geronimo mußte noch einmal umziehen, diesmal nach Fort Sill in Oklahoma; dort starb er 1909, ein Gefangener im fremden Land. Dort liegt er auch begraben.

Geronimo