Artikel aus der Botschaft vom 22. November 2000

Werkschüler probieren ihre selbst gemachten Bogen aus
Bogenclub Geronimo gegründet
KOBLENZ (ire) - Gestern Dienstagabend haben  die Werkschüler von Lorenz Carlin ihre selbst gemachten Bogen ausprobiert.

Was so spielend einfach aussieht, ist  gar nicht so einfach: Das Pfeilbogenschiessen. Anfangs September haben spontan ein paar Bogenschützen zusammengespannt und den Geronimo Bogenclub Koblenz gegründet. Vorher wurde gelegentlich Dart gespielt. "Wir sassen im Restaurant Engel und einige von uns bestellten sich spontan einen Bogen" blickt eines der Gründungsmitglieder zurück. Mit von der Partie war der Koblenzer Werklehrer Lorenz Carlin, der seit mehreren Jahren mit seinen Schülern im Unterricht Bogen bastelt.

Verein diesen September gegründet
Die Idee, einen Verein zu bilden, um gemeinsam zu trainieren und die Geselligkeit zu Pflegen, war schnell geboren, und am 6. September gründeten René Spannagel (Präsident), Karin SPannagel (Aktuarin), Pietro Borrini (Kassier), Ferdi Breg und Lorenz Carlin den Geronimo Bogenclub Koblenz. Aus verschiedenen Gründen war es nicht möglich, im Schützenhaus Koblenz zu trainieren, weshalb die Bogenschützen ins Schützenhaus Gippingen auswichen. Da wird seither geübt, und zwar am Dienstag- und Mittwochabend.
Die Bogenschützen sind mit vollem Elan dabei; aber nicht nur sie: Gestern Dienstagabend hat Lorenz Carlin mit acht seiner elf Werkschülern der dritten Sekundarschule die selbst gebastelten Pfeilbogen ausprobiert. Rund zehn bis zwölf Stunden Arbeit stecken in einem Pfeilbogen. Da gilt es, ganz genau zu arbeiten, damit der Bogen dann wirklich zielsicher verwendbar ist.

Den "richtigen Dreh" herausfinden
Professionelle Bogen sind aus Eibenholz, weil sich dieses Holz besonders gut dehnen lässt. Die Schüler verwendeten dafür Buchenholz, dass ebenfalls gut geeignet ist. In der Mitte des Bogens befindet sich der Haltegriff, der genau der Grösse der Hand angepasst ist. Auf den Bogen wird die Sehne, aus Kunststofffäden, gespannt und dann der Pfeil eingesetzt. Nun giolt es, den richtigen Spannmoment zu finden und natürlich genau zu zielen, bevor mit der Sehne der Pfeil abgeschossen wird.
Beim schreibenden Laien zeigte sich, dass wer zu zaghaft den Bogen spannt, dessen Pfeil nicht einmal zehn Meter weit fliegt. Die Schüler hatten da ein besseres Gespür und brachten ihre Pfeile allesamt Richtung Zielscheibe. Ruhe und Konzentration   sind die Voraussetzung, um die Mitte der  Scheibe treffen zu können, wo dann je nach Treffer 1 bis 10 Punkte erzielbar sind. Die Werkschüler lieferten  sich einen engagierten, spannenden Match und liessen sich dabei von den "Profis" wertvolle Tips geben.

Geübt wird mit drei Bogenarten
Da die Verletzungsgefahr gross ist, gilt es klare Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Je nach Bogenart erreicht der Pfeil eine Wurfgesschwindigkeit von bis zu 350 Stundenkilometern. Verwendet werden drei Bogenarten. Die einfachste Ausführung ist der Langbogen aus Holz, mit dem Neueinsteiger erste Erfahrungen auf eine Distanz von 10 bis 25 Meter sammeln. Weiter gibt es den Recurve-Bogen mit dem  auf 60 bis 100 Meter Distanz geschossen wird. Quasi die High-Tech-Ausführung ist der Compound-Bogen, der Turniermässig auch bis 100 Meter geschossen wird, dessen Pfeil aber bis 1.5 km weit fliegen kann.
Im Bogenclub werden alle drei Bogenarten verwendet. Wer dem Bogensport richtig aktiv frönen will, kann an Wettkämpfen teilnehmen, wozu auch die Schweizermeisterschaft gehört. Anders als die übrigen Schiessarten ist das Bogenschiessen sehr leise und weckt auch Erinnerungen an Indianerfilme. Sehr unterschiedlich  sind die Pfeile, wo es vom einfachen Holzpfeil über den Aluminiumpfeil bis zum Carbonitpfeil weit über 300 Sorten gibt.